Gift in unserem Essen: Wer billig kauft, hat selber schuld

Gedanken am Sonntag von Peter Hahne

Gift in unserem Essen: Wer billig kauft, hat selber schuld

Von Peter Hahne
“Eier und Geflügel habe ich die vergangenen Tage nicht mehr angerührt, stattdessen habe ich mir die Angebote der Discounter und Supermärkte mal genauer angeschaut.

Als die Kollegin Anne Will fragte, ob ich heute Abend (ARD, 21.45 Uhr) in ihre Sendung zum Dioxin-Skandal kommen wolle und wie meine Position sei, lautete meine Antwort: Ich bin weder Giftexperte noch Legehennen-Fachmann; mich ärgert an dem Thema ohnehin etwas ganz anderes: nämlich die Verlogenheit der Verbraucher, die sich jetzt empören, aber alles immer billiger haben wollen und sich dann wundern, dass sie zum Schleuderpreis keine Qualität bekommen.

Wer Gift in unser Essen mischt, gehört hinter Gitter; keine Diskussion. Doch diese kriminelle Energie, die uns Gammelfleisch, Salmonellen in Nudeln und Maden im Fisch bescherten, findet fruchtbaren Boden in einer Gesellschaft, die sich noch immer über das Debilen-Motto „Geiz ist geil“ definiert.

Wir wollen also glückliche Hühner, die gackernd über saftige Wiesen rennen und anschließend in kuschelige Nester ihre dicken Eier legen – doch bezahlen will den Luxus artgerechter Haltung keiner.

Die Jagd nach dem Schnäppchen gefährdet die Schöpfung Tier weit mehr als das Messer des Schlachters. Was für ein Leben muss diese Kreatur führen, damit aus deutschen Landen alles billig auf den Tisch kommt! Wir haben Lebensmittel zur Billig- und Wegwerfware gemacht. Darüber wurden Tiere zur Sache, deren Haltung uns nicht interessiert, Hauptsache, der Preis stimmt.

Lebensmittel heißen Lebensmittel, weil sie Mittel zum Leben sind. Wertvoll in doppelter Hinsicht: Gesunde Ernährung hat ihren Preis und verdient einen anständigen Umgang. Doch wie sollen unsere Kinder Ehrfurcht vor der Schöpfung lernen, wenn sie sehen, wie zu Schrottpreisen Schrottessen vom Discounter verramscht wird?

Wir haben, im Interesse unserer Kinder und unserer eigenen Gesundheit, die verdammte Pflicht, endlich unser Verhalten zu ändern. Wer zu Weihnachten frische Erdbeeren aus Brasilien will und einen auf Natur- und Umweltschutz macht, der ist ein Idiot.

Und wer sich für 20 Euro im Supermarkt den Einkaufswagen volllädt und noch immer ernsthaft glaubt, das sei kein Risiko, hat definitiv einen Knall.”

Quelle: BamS

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